Neues Verfahren ermöglicht Filterreinigung ohne Abtrennung der Zu-/ Ableitungsrohre

Bielefeld, 07.05.2015. Der Rußpartikelfilter im Dieselfahrzeug ist voll mit Ruß und Asche. Muss jetzt ein neuer eingebaut werden? Das geben jedenfalls die Autohersteller vor. Eine teure Angelegenheit, die je nach Marke und Typ des Fahrzeugs mit 1000 bis zu 4000 Euro und mehr zu Buche schlägt. Deutlich günstiger wird es für Dieselfahrer, den Partikelfilter einfach reinigen zu lassen. Die Kipp Umwelttechnik GmbH entwickelte unter Unterstützung der Schwesterfirma mycon GmbH ein Verfahren, mit dem Rußpartikelfilter ohne jede Abtrennung sauber gereinigt werden können.

Die Reinigung von PKW-Abgaspartikelfiltern ist heute bereits gängige Praxis mit unterschiedlichen Systemen, so z.B. mit einer CO2-Filterreinigungsanlage der mycon GmbH. Dazu müssen die Filterflächen jedoch freiliegen, die Zu- und Ableitungen müssen deshalb oft ausgebaut und getrennt werden. Deshalb ist die thermische Reinigung sehr zeitaufwändig. Die PKW-Filter müssen auch hier vorab getrennt und dann oft mehrfach ausgebrannt werden; das kann sich inkl. der Ausblasung mit Druckluft und der Prüfung des Differenzdrucks über Tage hinziehen. Nach der Reinigung müssen zudem die Trennschnitte wieder verschweißt werden. Das Verfahren ist damit zeit- und kostenaufwändig und kann u.a. auch zu einer Schwächung des Abgassystems führen.

Kipp Umwelttechnik GmbH brachte in die Verfahrensweiterentwicklung die Erfahrungen aus den vorangegangenen Arbeiten sowie viel Know-how aus der praktischen Anwendung der Strahltechnik ein. mycon steuerte die theoretischen Kenntnisse im Bereich Strömungsphysik und Maschinenbau bei.Basierend auf einem Verfahren, das Kipp Umwelttechnik bereits vor anderthalb Jahren im Rahmen eines Förderprojektes zur Rußpartikelfilterreinigung ohne Trennarbeiten entwickelte, wurde das Verfahren mit Unterstützung von mycon weiterentwickelt. Es arbeitet mit Druckluft und einer Substanz, die in den Filter eingebracht wird. Diese Substanz ist ungiftig und sogar trinkbar, wenn man den unangenehmen Geschmack in Kauf nimmt. Die Reinigungsergebnisse des Förderprojektes erreichten seinerzeit aber nur max. 85%, was eine Optimierung durch einen zusätzlichen Verfahrensschritt erforderlich machte.

Eine bereits vorhandene Prototypanlage wurde umgebaut und in den Testbetrieb überführt. Die umfassende Expertise brachte überraschend schnell die Wende zur Verfahrensoptimierung. Die ersten Filter konnten ohne jede Abtrennung sauber gereinigt werden. Die Differenzdruckprüfungen ergaben Werte ähnlich eines Neufilters. Auch die Gewichtsdifferenz zwischen ungereinigtem und gereinigtem Filter passte zu den gesammelten Erfahrungen. Die aktive Reinigungszeit pro Filter beträgt darüber hinaus weniger als 10 Minuten, die Reinigung ist zudem vollständig automatisiert.

Kipp Umwelttechnik GmbH hat durch die Fakultät Chemie der Universität Paderborn bereits vor einiger Zeit Untersuchungen zum Verfahren durchführen lassen, um die materialschonendsten Parameter zu ermitteln. Die Analyse ergab, dass das neue Verfahren des Unternehmens ebenso wie das verwendete CO2-Verfahren der mycon sehr gute Reinigungsergebnisse aufweist. Die ermittelten Ergebnisse sind den etablierten thermischen Verfahren zumindest ebenbürtig. Bei beiden Verfahren – sowohl bei der Neuentwicklung als auch beim CO2-Verfahren – konnte eine die katalytischen Oberflächen der Filterkanäle schonende Funktionsweise festgestellt werden. Das neue Verfahren hebt sich auch von Versuchen ab, die Filter mit Wasser und zugesetzten Additiven zu reinigen, bis ein Reinigungsergebnis erreicht wird. Die genannten Vorteile erstrecken sich auf mehrere Bereiche:

  1. Die vollständig automatisierte Reinigung minimiert Fehlerquellen
  2. Die saubere und schonende Reinigung erhält die Katalysefähigkeit des Filters
  3. Die Reinigung ohne Abtrennungs- und Schweißarbeiten erhält die Qualität des Filtergehäuses
  4. Risiken der Beschädigung wie z.B. durch Versinterungen während des Brennvorganges bei Temperaturen von 550° und mehr werden vermieden, da die Filter nach dem Reinigungsvorgang lediglich mit einer Temperatur von 350° behandelt werden
  5. Die schnellen Reinigungszeiten verringern die Stillstandszeit des Fahrzeuges
  6. Die Kosten für die Filterreinigung werden reduziert

Die erstellte Prototypanlage wird in Zukunft stetig aktualisiert. Kipp Umwelttechnik und das Schwesterunternehmen mycon werden in den nächsten Wochen die gemachten Erfahrungen mit der Prototypanlage auswerten und mit dem Bau der ersten Serienanlagen beginnen. Das Verfahren wird ab November dieses Jahres in den internationalen Vertrieb gehen. Die Nachfragen zu dem neuen, umweltschonenden, schnellen und kostengünstigen Reinigungsverfahren für Rußpartikelfilter sind in dem stark wachsenden Markt bereits jetzt erheblich.

Veröffentlichungen:

Krafthand online
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